Alter Adel – neues Land? Die Erben der Gutsbesitzer und ihre umstrittene Rückkehr ins postsozialistische Brandenburg.

Ein großes Haus vor dem Sonenstimre und Pflanzen stehen. Die Fassade bröckelt an einigen Stellen.
Gutshaus Friedrichsfelde, 17. August 2012 von Olaf Meister. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Ein Vortrag von Ines Langelüddecke (Bundesstiftung Aufarbeitung)

Selten trafen im deutsch-deutschen Vereinigungsprozess Ost- und Westdeutsche so unmittelbar aufeinander wie in den brandenburgischen Gutsdörfern. Hier mussten nach 1990 zurückgekehrte Adelsfamilien ein Auskommen mit der sozialistisch geprägten Dorfbevölkerung finden, von der sie seit der Enteignung 1945 über 40 Jahre lang getrennt waren. Im ehemaligen Gutsdorf wurden wie unter einem Brennglas spezifische Probleme und Dynamiken sichtbar, die seit 1990 überall im Osten Deutschlands auftraten. Der Vortrag untersucht die jeweiligen Prägungen und Geschichtsbilder von Adligen und Dorfbewohnern und damit die mentalen Voraussetzungen und historischen Tiefenschichten dieser Vereinigung auf lokaler Ebene. Damit widmet sich erstmals eine Studie in zeithistorischer Perspektive den sozialen Veränderungen des ländlichen Raumes in Ostdeutschland mit seinen kleinräumigen, dörflichen Milieus, in die nach dem Ende der DDR die Nachfahren der ehemaligen Gutsbesitzer zurückgekehrt sind.

Zusätzliches Angebot

Unsere Live-Speaker stehen vor der Ringvorlesung von 17 bis 18 Uhr bereit für Fragen und geben eine kurze Einführung in die Sonderausstellung.
Das Angebot ist im Eintrittspreis zur Ausstellung inbegriffen.

Anmeldung zur Veranstaltung

Eine Anmeldung zur Ringvorlesung unter besucherservice@gesellschaft-kultur-geschichte.de wird empfohlen.