Ein frisch bestelltes Feld mit Schutzfolie im Frühling auf dem Hof Basta. Hinten im Bild eine Reihe Bäume.
Ein frisch bestelltes Feld mit Schutzfolie im Frühling auf dem Hof Basta © BKG, Foto: Sven Gatter

Basta (Letschin)

Von Artischocken und Solidarität

Landkreis: Märkisch-Oderland

Einwohnerzahl: 15 Personen, außerdem etwa 10 Schafe, 7 Katzen und 2 Schweine

Bekannt für: weites Land, viel frisches und ökologisch angebautes Gemüse, Lagerfeuer und Hoffeste

Auf neun Hektar Land im Oderbruch wächst eine Vielzahl an Gemüsesorten und eine kleine Gemeinschaft, die nachhaltiges Wirtschaften lebt.

Viele Bauern in Brandenburg können nur davon träumen, dass Kund*innen für ihre Produkte so viel zahlen, wie es zum Anbau braucht. Hier auf dem Hof Basta im Oderbruch ist dieser Traum Realität geworden. Die kleine Gruppe von Landwirt*innen kann sich durch das Modell der Solidarischen Landwirtschaft vollständig finanzieren und versorgt mittlerweile fast 150 Haushalte bzw. über 400 Menschen in Berlin mit Gemüse in Bio-Qualität.

Eine Liste mit Lebensmitteln, die über die solidarische Landwirtschaft in Basta erworben werden können. Gelistet sind Kartoffeln, Karotten, Fenchel, Tomaten, Cherry Tomaten, Salat, Mangold, Schwarzkohl, Stangensellerie, Zwiebeln, Gurken, Paprika, Aubergine, Chili, Zucchini, Salbei, Petersilie, Zappho, roter Spitzkohl.
Liste mit Gemüsearten und Anteilen, die für eine Woche von Abnehmer*innen bezogen wird. © BKG, Foto: Sven Gatter

Und das funktioniert so: Die Abnehmer*innen zahlen einen festen monatlichen Anteil an den Produktionskosten und erhalten dafür einen festen wöchentlichen Anteil an der Ernte. Abhängig von heißen oder trockenen Sommern kann dies sowohl viel oder wenig Gemüse pro Haushalt bedeuten.

2013 fand die Hofgemeinschaft in dem 15-Seelen-Dorf Basta bei Letschin ein Zuhause. In der Ferne stehen die Biogas-Anlagen der Großbauern, die hier die angrenzenden Felder bewirtschaften. Land zu erwerben, war weder einfach noch günstig. Möglich wurde der Gemeinschaftskauf mithilfe eines Kredits der Kulturland Genossenschaft, die sich bundesweit um Gemeinschaftseigentum an Grund und Boden für Bio-Landwirtschaft bemüht.

Das Wissen um ökologische Landwirtschaft ist selbst erlernt, und Vieles wird einfach ausprobiert. Die saisonale Ernte wird jede Woche in die drei Abholstationen nach Berlin gebracht. Die Berliner*innen können sich aktiv bei der Hof- und Finanzplanung einbringen, kümmern sich um das Funktionieren des Abholsystems und kommen an sogenannten Mitmach-Wochenenden mit dem lehmigen Boden und ihrem Gemüse in Berührung. So wird aus Konsument*innen und Produzent*innen eine nachhaltige Versorgungsgemeinschaft zwischen Stadt und Land.

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»Es ist klar, dass es in der Landwirtschaft, so wie es gerade läuft, nicht weitergeht. Solidarische Landwirtschaft ist eine Möglichkeit, aber es gibt viele andere: Es ist Zeit zu experimentieren!«

Matteo Toller

Der Landwirt

Matteo Toller

Seit 2013 ist Matteo Toller auf dem Hof Basta zuhause. Als »gelernter Philosoph« sucht er zusammen mit anderen Mitstreiter*innen nach Wegen des nachhaltigen Wirtschaftens und neuen Formen des Zusammenlebens. Sein Lieblingsgemüse ist die Artischocke. Sie gedeiht mit etwas Hilfe auch in Brandenburg.

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