Ein Hof von der Straßenseite, mit geschnitztem Eingangstor und schwarz-weiß-roter Reichsflagge.
Das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus hat in der ehemaligen DDR zahlreiche Einsatzorte © BKG, Foto: Sven Gatter

Vielerorts

Unterwegs für Demokratie und Toleranz

Bekannt für: gute Argumente, helfende Hände, schnelle Unterstützung

Aus den Gewalttaten der 1990er Jahren hat das Land seine Schlüsse gezogen. Das Mobile Beratungsteam unterstützt seitdem Kommunen, Initiativen und Einzelpersonen beim Kampf gegen rechts.

Unter dem Hashtag #baseballschlaegerjahre beschreiben Menschen heute ihr Aufwachsen mit der alltäglichen Bedrohung durch rechte Gewalt in den Städten und Dörfern Ostdeutschlands in den sozialen Medien. Für ehemalige Vertragsarbeiter*innen, Jugendliche und Politiker*innen war diese Zeit gefährlich. Betroffene erhielten nur wenig Hilfe und häufig mussten Initiativen darum kämpfen, dass Morde mit rechtsextremen Tatmotiven auch als solche anerkannt wurden. Lange Zeit wurde der Rechtsextremismus als Jugendproblem verkannt. Die Ursachen reichen jedoch weit zurück und sind ein gesamtdeutsches Problem, das in den Nachwendejahren eine gefährliche Erscheinungsform fand.

Auf einer Wiese steht ein Camping-Wohnwagen mit einer schwarz-weiß-roten Fahne, auf der ein Kopf mit Stahlhelm gedruckt ist.
An die Reichskriegsflagge angelehnte Fahnen sind heute ein beliebtes Zeichen der Neonazi-Szene, © BKG, Foto: Sven Gatter

Als Reaktion auf die bedrohliche Entwicklung rechtsextremer Strukturen und Gewalttaten gründete die brandenburgische Ausländerbeauftragte Almuth Berger 1992 ein Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus. Wie eine Feuerwehr, die schnell auf akute Probleme reagieren kann, sollte das Mobile Beratungsteam fortan im Land arbeiten. Während zu Beginn der Arbeit Deeskalation und Gewaltprävention im Fokus standen, bieten die Mitarbeiter*innen heute vielfältige Seminare und Workshops an. Die Unterstützung des Mobilen Beratungsteams nehmen heute viele Kommunen und Initiativen in Anspruch: In der dreißigjährigen Geschichte des Landes hat es nie so viele Demonstrationen von Rechtsextremen gegeben wie 2015. Mit den Demos stieg auch die Zahl von rechten Überfällen und Anschlägen auf das Maß von 1993 an.

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»Wir haben sehr viel dafür getan, dass Rechtsextremismus als ein politisches und gesellschaftliches Phänomen begriffen wird, nicht nur in den neuen Bundesländern. Es geht alle etwas an: von den Bürgermeister*innen bis hin zur Antifa im Ort.«

Frauke Postel
Portrait Frauke Postel

Die Vermittlerin

Frauke Postel

Bereits die Gründung des Mobilen Beratungsteams 1992 erfolgt mit ihr. Frauke Postel verließ für diese Arbeit ihre langjährige Wahlheimat Chile. Sie unterstützte das Team, als es 1998 Teil des landeseigenen Handlungskonzepts Tolerantes Brandenburg wurde.