Der Innenraum des Jugendkulturzentrums. Gefliester Raum mit Couchen, Tischkicker und Dartscheibe.
Blick in das Jugendkulturzentrum »Alte Brauerei« © BKG, Foto: Sven Gatter

Angermünde

Umdenken gegen Rechts

Landkreis: Uckermark

Einwohnerzahl: 13.757

Bekannt für: das nahgelegene Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, viele Seen und Findlinge

Die Bevölkerung in der Uckermark gehört zu den ältesten in ganz Deutschland. Angebote für Kinder und Jugendliche werden dringend gebraucht.

Efeubewachsenes Backsteingebäude mit verblichener Aufschrift: Schlutheiß Brauerei
Den Namen erhielt das Jugendkulturzentrum vom alten Brauereigebäude, ©BKG, Foto: Sven Gatter

In den 1990er Jahren war Angermünde, wie so viele ostdeutsche Städte, von Arbeits- und Perspektivlosigkeit gezeichnet. Kinder und Jugendliche wuchsen häufig in einer Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit auf, ihre Treffpunkte und die DDR-Jugendklubs waren vielerorts geschlossen worden. Rechte Parteien und Gruppierungen nutzten diese Probleme, um neue Anhänger*innen zu finden und setzten dabei gezielt auf die Beeinflussung von Jugendeinrichtungen und Vereinen. Die rechte Gewalt, die sich im ganzen Land entlud, schockierte die Menschen, aber die zahlreichen Lösungsansätze zeigten wenig Erfolg.

Die Erfahrung dieser Jahre zeigte: Alternative Angebote für Kinder und Jugendliche müssen her, um demokratische Einstellungen zu stärken. In Angermünde setzten sich bereits 1990 Ehrenamtliche dafür ein, das DDR-Kulturhaus zu erhalten und zum Jugendkulturzentrum umzubauen. Sie gründeten einen Verein und konnten mit Hilfe von Unterstützer*innen und Politiker*innen 1995 schließlich das Jugendkulturzentrum in der Alten Brauerei eröffnen. Seitdem tragen sie mit Konzerten, Theatergruppen, einem Proberaum und vielen anderen Angeboten zur Prävention gegen Rechtsextremismus bei. Diese Arbeite ist heute wieder so wichtig wie damals: Die Zustimmung für rechte und antisemitische Positionen steigt bei Jugendlichen in Brandenburg wieder erstmals seit 1999.

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»In Angermünde jung zu sein, ist einerseits total schön, vor allem im Sommer an den Seen. Aber es ist auch schwierig, weil es kaum Orte gibt, wo man sich mit Freunden treffen kann. Deswegen braucht Angermünde weiterhin gute Jugendarbeit, fitte Leute im Jugendkulturzentrum und gute Projekte, damit man die Jugendlichen von der Straße holt.«

Eva Gabriel
Portrait Eva Gabriel

Die Engagierte

Eva Gabriel

In ihrer Schulzeit verbrachte sie viel Freizeit im Jugendzentrum »Alte Brauerei«. Seit fünf Jahren arbeitet Eva Gabriel dort neben ihrem Studium selbst mit Jugendlichen, plant Veranstaltungen oder organisiert Theaterprojekte. Obwohl sie mittlerweile in Berlin lebt und studiert, ist sie an den Wochenenden oft in Angermünde.

https://www.youtube.com/watch?v=jq_XO–Kzuo