Hügel eines Braunkohletagesbaus mit Einzelteilen einer Förderanlage
Braunkohletagebau Welzow © BKG, Foto: Sven Gatter

Welzow

Kohle für Kultur und Tourismus

Landkreis: Spree-Neiße

Einwohnerzahl: 4.057

Bekannt für: Braunkohle, Bagger und Wein

Im Tagebau Welzow-Süd steht mit einer Länge von über 500 Metern eine der größten beweglichen Technikanlagen der Welt, die Abraumförderbrücke F60. Als »liegender Eiffelturm der Lausitz« legt sie die Kohle in einer Tiefe von 120 Metern frei.

Am Krater des Tagebaus steht die Abraumförderbrücke. Sie ist sehr groß im Vergleich zu den daneben stehenden Autos.
Eimerkettenbagger der Abraumförderbrücke
© BKG, Foto: Sven Gatter

Hauptabnehmer der Kohle aus Welzow-Süd ist das größte Kraftwerk der Lausitz, Schwarze Pumpe. Es kann circa drei Millionen Haushalte zuverlässig mit Energie versorgen, und das jeden Tag des Jahres, unabhängig von Wind und Sonne.

2019 hat die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kohle bis 2038 beschlossen. Aktuell arbeiten in der Lausitz rund 7.700 Menschen für die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG). 16.000 weitere Industriearbeitsplätze in der Region hängen direkt oder indirekt mit der Förderung und Verarbeitung der Kohle zusammen.

Doch nicht alle Menschen in der Lausitz trauern um die Braunkohletagebaue. Der sorbische Ort Wolkenberg (Klěšnik) zum Beispiel wurde von 1991 bis 1992 abgebrochen, die Bewohner*innen nach Spremberg umgesiedelt. Nachdem die Kohle abgebaggert war, begann die Wiedernutzbarmachung der Fläche. 2005 startete ein Projekt zur Entstehung eines Weinberges auf der Südseite des Wolkenbergs. Heute ist das Weingut mit seinen sieben verschiedenen Rebsorten ein beliebtes Ausflugsziel in der Region.

Für den Ort Proschim (Prožym), einem Ortsteil von Welzow, wurde 2014 der Beschluss zur Umsiedlung gefasst. 2019 beschloss die Brandenburgische Landesregierung, dass keine weiteren Orte für Tagebaue devastiert werden sollen. Trotz allem bangen die Bewohner*innen noch immer um ihre Heimat und wissen nicht, ob sie in ihren Häusern bleiben dürfen. Die LEAG will 2020 über die Zukunft Proschims entscheiden.

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»Die Bergarbeiter sind nicht die Bösen, die alles kaputt machen.«

Siegfried Laumen
Siegfried Laumen

Der Bergmann

Siegfried Laumen

Er ist Bergmann in zweiter Generation. Neben seiner Arbeit für die LEAG engagiert sich Siegfried Laumen im Bergbautourismusverein Welzow, der geführte Touren in den Tagebau Welzow-Süd organisiert. Als Kulturmanager auf dem Gut Geisendorf setzt er sich aktiv für die Kulturszene in der Region ein.