Am Zaun um das ehemalige Kernkraftwerk hängt ein Schild: Kontrollbereich, Vorsicht Strahlung
Ehemaliges Kernkraftwerk Rheinsberg © BGK, Sven Gatter

Rheinsberg

Eine Kernfrage

Landkreis: Ostprignitz-Ruppin

Einwohnerzahl: 8.086

Bekannt für: Schloss Rheinsberg, Keramik und die Musikakademie

Ein Kernkraftwerk im Naturschutzgebiet – das gibt es nur in Rheinsberg. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit.

Im Kontrollraum des ehemaligen Kernkraftwerkes sieht man viele Schalter und Knöpfe.
Kontrollraum des KKW Rheinsberg © BKG, Foto: Sven Gatter

Der Startschuss für Atomenergie aus Ostprignitz-Ruppin fiel 1966. Damit war das KKW Rheinsberg das erste seiner Art in der DDR. In diesem Atomkraftwerk wurde jedoch nicht nur Strom produziert, sondern auch geforscht. Rund 130 Wissenschaftler*innen arbeiteten zur Zeit der DDR an der neuen Technologie.

Wegen erheblicher Sicherheitsbedenken wurde der Reaktor allerdings 1990 vom Netz genommen, der Betrieb wurde eingestellt. Doch was tun mit dem Gebäudekomplex? Seit 1995 betreut das Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) den Rückbau der Anlage, der erst 2025 abgeschlossen sein soll. Damit dauern die Rückbauarbeiten deutlich länger als die eigentliche Nutzung des Kraftwerks.

Gleichzeitig befindet sich das Gelände mitten im Naturschutzgebiet Stechlin. Da die umliegenden Seen das Kühlwasser für das Kraftwerk lieferten, diskutieren Umweltschützer über die Folgen der Atomkraft für das dortige Ökosystem. Früher zählte der Stechlinsee zu den klarsten Seen Brandenburgs. Die nun gemessenen Verschlechterungen in Wasserqualität und -temperatur können jedoch nicht eindeutig auf das KKW zurückgeführt werden.

Vielleicht gibt es aber doch noch eine Zukunft für das rückgebaute Kernkraftwerk: Das Technikmuseum Berlin interessiert sich für die Blockwarte aus Rheinsberg. Damit könnte das KKW Rheinsberg auch in Zukunft Geschichte machen – nämlich im Museum.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

»Man hat darauf vertraut, dass man mit der Kernenergie die Probleme der Menschheit lösen kann.«

Jörg Möller
Der Ingenieur Jörg Möller

Der Ingenieur

Jörg Möller


Bereits seit 1976 arbeitet Jörg Möller für das KKW Rheinsberg. Nachdem der Rückbau beschlossen wurde, war er lange Zeit Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit und Projektleiter des Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) in Rheinsberg. Außerdem ist er Vorsitzender des Vereins Stadtgeschichte Rheinsberg. Auch im Vorruhestand gibt er für Besucher Führungen durch die ehemaligen Anlagen des KKW.