Ein ehemaliger Grenzübergang, heute ist nur noch ein schwarz-rot-gelber Grenzstab zu sehen.
Grenzübergang in Guben/Gubin © BKG, Foto: Sven Gatter

Guben

In guter Nachbarschaft

Landkreis: Spree-Neiße

Einwohnerzahl: 16.783, zusammen mit Gubin 33.327

Bekannt für: Plinse, Appelfest und das Plastinarium

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg wurden aus einer Stadt zwei: Gubin am polnischen Ufer der Neiße, Guben auf der deutschen Seite. Nach einem wechselvollen Jahrhundert versuchen die beiden Städte heute wieder zusammenzuwachsen.

Die Neiße mit flachen Bäumen am Ufer.
In Brandenburg verlaufen 264 Kilometer der deutsch-polnische Grenze auf dem Wasser, © BKG, Foto: Sven Gatter

Über 279 Kilometer verläuft die deutsch-polnische Grenze in Brandenburg. Die freundschaftliche Zusammenarbeit beider Länder ist seit 1991 vertraglich festgelegt und in der Brandenburgischen Landesverfassung als Ziel formuliert. Mit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union 2004 und zum Schengenraum 2007 begann eine neue Phase der Beziehungen, die ganz eigene Herausforderungen mit sich brachte.

Schon vor der Grenzöffnung erkannten Guben und Gubin ihre neuen Rollen als Grenzstädte und wagten, bürokratischen Hürden zum Trotz, erste grenzübergreifende Projekte. Nur zehn Minuten Fußweg liegen zwischen den beiden Rathäusern, in denen seit 2017 eine gemeinsame Verwaltung der »Eurostadt Guben-Gubin« aufgebaut wird. Die Mitarbeiter*innen in der Verwaltung lernen dafür die Sprache des Nachbarlandes, denn mittlerweise ist es vorallem die sprachliche Grenze, die den Kontakt der Menschen erschwert. Doch nicht nur auf politischer Ebene, auch im Alltag kooperieren die Menschen in Guben und Gubin immer stärker. Sportvereine, Kindergärten und Schulen wachsen zusammen und auch im Privaten gibt es enge Verbindungen – über 250 Ehen wurden zwischen polnischen und deutschen Einwohner*innen geschlossen.

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»Brandenburg hat die längste Grenze zu Polen und das heißt, Brandenburg hat auch die Verantwortung, sich mit Polen intensiv auseinander zu setzen.«

Thomas Laugks
Portrait Thomas Laugks

Der Europäer

Thomas Laugks

Der jüngste Stadtverordnete der Stadt Guben ist seit 2019 Vorsitzender der deutsch-polnischen Kommission der »Eurostadt Guben-Gubin«. Thomas Laugks studiert in Potsdam Polnisch und Geschichte auf Lehramt. Ziel des Zwanzigjährigen ist es, dass mehr Gubener*innen Polnisch lernen, um eine gleichberechtigte Doppelstadt zu schaffen.