Schloss Doberlug mit drei Gebäudeteieln mit vielen Fenstern und einem verzinnten Schlossturm.
Das sanierte Schloss Doberlug © BKG, Foto: Sven Gatter

Doberlug-Kirchhain

Im Kern einzigartig

Landkreis: Elbe-Elster

Einwohnerzahl: 9.342

Bekannt für: Fachwerkhäuser, Klosterkirche und Barockschloss

In der DDR stand der Wohnungsneubau im Vordergrund, nicht jedoch der Erhalt historischer Bauten. Nach der Wende nahmen viele Brandenburger*innen den Kampf gegen den Verfall ihrer Städte auf.

Eine Kirche mit heller, zierloser Fassade und einem schmalen, schwarzen Kirchturm steht auf einer Wiese.
Klosterkirche des Klosters Dobrilugk im historischen Stadtkern, © BKG, Sven Gatter

Hunderte Menschen feierten 1989 in Doberlug gleich zwei Mal den Mauerfall – ein davon betraf das Schloss Doberlug. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss im Zentrum der Stadt von der Roten Armee, ab 1950 von der Volkspolizei und ab 1959 von der Nationalen Volksarmee als Kaserne benutzt. Das militärische Sperrgebiet war durch eine zwei Meter hohe Mauer vom Rest der Stadt abgetrennt. Nach dem Mauerfall in Berlin beauftragte die Stadtverwaltung der Doppelstadt Doberlug-Kirchhain den Abriss der innerstädtischen Mauer. Viele Bewohner*innen halfen eigenhändig beim Abriss und sahen nicht nur das Schloss nach fast 40 Jahren wieder aus der Nähe, sondern auch die gewaltige Aufgabe, vor der sie standen.

Für die jahrzehntelange Fremdnutzung war das Gebäude mehrfach umgebaut worden und nun stark sanierungsbedürftig. 1994 übertrug das Bundesvermögensamt der Stadt das Schloss, aber erst fünf Jahre später konnte mit Unterstützung der »Brandenburgischen Schlösser GmbH« mit der Wiederbelebung des Areals begonnen werden. Seit dem Jahr 2007 ist der Stadtteil Doberlug Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen. Für die erste Brandenburgische Landesausstellung im Jahr 2014 wurde das Schloss umfassend saniert. Besonders ist die Idee hinter der Architektur aus dem 17. Jahrhundert: So stehen die vier Flügel für die vier Jahreszeiten, zwölf Giebel für die zwölf Monate, 52 Türmchen für die 52 Wochen und 365 Fenster für die Tage im Jahr.

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»Wenn Pflanzen hinter einer Mauer wachsen, gedeihen sie nicht richtig. Das Pflänzlein unseres historischen Areals konnte nach dem ‚Mauerfall von Doberlug‘ erst richtig wachsen und jetzt in voller Schönheit erblühen«

Bodo Broszinski
Portrait Bodo Broszinski

Der Sanierer

Bodo Broszinski 

Seit 2002 ist er Bürgermeister der Doppelstadt Doberlug-Kirchhain. Bodo Broszinski konnte die Sanierung des Schlosses Doberlug entscheidend vorantreiben und ist Vorsitzender in der »Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen«. Den Mauerfall von Doberlug hat er miterlebt.