Der Dom Sankt Peter und Paul; Blick auf die Dominsel und das Domensemble
Blick auf die Dominsel und das Domensemble © BKG, Foto: Sven Gatter

Brandenburg an der Havel

Glaube an die Vielfalt

Landkreis: Kreisfreie Stadt

Einwohnerzahl: 72.369

Bekannt für: viele Kirchen, den Bollmannbrunnen, die Jahrtausendbrücke

Als »Wiege der Mark« bildet der Dom Sankt Peter und Paul ein religiöses Zentrum ganz Brandenburgs. Im Jahr 2015 wurde das 850-jährige Jubiläum der Kirche gefeiert. Doch in der DDR hatten religiöse Menschen nur wenig Grund zum Feiern.

Blick über einen Havelarm auf die St. Gotthardtkirche. Der Fluss im Vordergrund, die Silhouette der Stadt im Hintergrund.
Blick über einen Havelarm in Richtung St. Gotthardtkirche © BKG, Foto: Sven Gatter

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) betrieb eine religionsfeindliche Politik, die Gläubige einschränkte und ausgrenzte. Jedoch bildeten die christlichen Kirchen einen wichtigen Treffpunkt für Friedensgruppen. In Brandenburg an der Havel gab es ab Oktober 1989 das wöchentliche »Gebet für unser Land«, in dem für mehr Toleranz und Hoffnung gebetet wurde.

Die Auswirkungen der DDR-Religionspolitik sind noch heute zu spüren. Laut Zensus 2011 leben im Bundesland Brandenburg ca. 80 Prozent Konfessionslose. In der Stadt Brandenburg an der Havel gibt es heute trotzdem eine große religiöse Vielfalt: neben der Evangelischen und der Katholischen Kirche sind auch die Neuapostolische Kirche, Evangelische Freikirchen, die Russisch-Orthodoxe Kirche, die Griechisch-Orthodoxe Kirche und eine muslimische Gemeinde vertreten. Nach der Zerstörung durch die Nationalsozialisten entstand seit den 1990er Jahren in Brandenburg wieder eine jüdische Gemeinde mit derzeit über 700 Mitgliedern, überwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion.

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»Als Kirche kreist man nicht nur um sich selbst. Wir öffnen Räume für Menschen, die Wege suchen. Als Kirche wirken wir auch in die Gesellschaft hinein und bringen Themen ins Gespräch.«

Cornelia Radeke-Engst
Die Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst

Die Pfarrerin

Cornelia Radeke-Engst

Von 1988 bis 2008 war sie Pfarrerin der Domgemeinde Brandenburg an der Havel. Dort organisierte sie Ende der 1980er Jahre das traditionelle »Gebet für unser Land«. Seit 2014 besetzt sie die landeskirchliche Pfarrstelle der Nagelkreuz-Gemeinde in Potsdam und ist gleichzeitig ehrenamtliche Vorsitzende im Förderverein des Doms zu Brandenburg.