Blick vom Parkhaus in der Pfeilstraße auf eine Baustelle auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums
Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums © BKG, Foto: Sven Gatter

Eberswalde

Ein Neuanfang

Landkreis: Barnim

Einwohnerzahl: 41.331

Bekannt für: Zoo, Eberswalder Kanaldeutsch, den Mord an Amadeu Antonio

Die Polizei, wie wir sie heute kennen, ist noch gar nicht so alt. Mit der deutschen Einheit erhielt sie nicht nur eine neue Uniform, sondern vor allem eine völlig neue Struktur.

Die Plattenbauten, in denen früher Vertragsarbeiter:innen wohnten, stehen heute leer.
ehemalige Vertragsarbeiter-Wohnheime in Eberswalde © BKG, Foto: Sven Gatter

In der DDR war die Polizei eine wichtige Stütze des SED-Regimes. Als Organ des Sicherheitsapparates bestand zudem eine enge Verbindung zur Staatssicherheit (Stasi). In der Öffentlichkeit wurde sie also auch als ein Instrument der Unterdrückung wahrgenommen.

Nach der Friedlichen Revolution und dem Weg in die deutsche Einheit musste sich die Polizei, die ausführende Gewalt im Staat, einem grundlegenden Erneuerungsprozess stellen. Demokratische Werte und die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit galt es umzusetzen. Das Berufsbild der Polizisten*innen sollte sich auch in Brandenburg von Grund auf ändern. 1991 wurde das Polizeiorganisationsgesetz verabschiedet: Das gilt allgemeinhin als Geburtsstunde der Brandenburgischen Polizei. Sechs Präsidien gab es nun im Land: Cottbus, Eberswalde-Finow, Frankfurt/Oder, Oranienburg, Potsdam und das Präsidium der Wasserschutzpolizei.

Ein zentrales Thema, womit sich die Brandenburger, aber auch vor allem die Eberswalder Polizei in den 1990er Jahren konfrontiert sah, war die Jugendgewalt sowie ganz konkret die enorme Gewaltbereitschaft rechtsextremer Gruppierungen. Bereits 1990 erlangte Eberswalde mit dem Mord an Amadeu António traurige Berühmtheit. Er war eines der ersten Opfer rassistischer Gewalt nach der Wiedervereinigung. Die Auseinandersetzung mit diesen Straftaten wurde zu einer der größten Herausforderungen des noch jungen Polizeiapparates.

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»Die Demokratie ist angewiesen auf eine starke Zivilgesellschaft. Diese mit aufzubauen war für mich ein Anliegen, das sich bei mir bis heute durchzieht.«

Uta Leichsenring

Die Präsidentin

Uta Leichsenring

Sie ist die ehemalige Polizeipräsidentin von Eberswalde (1991-2002). Zudem war Uta Leichsenring Landesbeauftragte für das »Handlungskonzept Tolerantes Brandenburg« und engagiert sich bis heute für Demokratie und gegen Rassismus. 2019 erhielt sie für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz.