Auf einer Wiese vor Mühlberg stehen Wasserpfützen.
Landschaft um Mühlberg © BKG, Foto: Sven Gatter

Mühlberg

Die Flut kommt

Landkreis: Elbe-Elster

Einwohnerzahl: 3741

Bekannt für: die Elbebrücke, Radwege und sehr viel Wasser

2010 suchte ein Tornado die Gegend um die kleine Stadt Mühlberg im Südwesten Brandenburgs heim. Er war nicht die erste Naturkatastrophe, welche die Region schwer traf. Folgenschwere Hochwasser belasten Brandenburg seit Jahrhunderten.

Ein Wasserbecken vor der Altstadt von Mühlberg ist kaum gefüllt.
Wasserbecken in Mühlberg, © BKG, Foto: Sven Gatter

Im Sommer 1997 war es die Oder, die große Gebiete in Tschechien, Polen und Deutschland zu überfluten drohte. Das Jahrhundertwasser von 1997 war die erste große und gemeinsame Aufgabe des noch jungen Landes Brandenburg – eine Aufgabe, mit der man, wie der Name vermuten lässt, hoffentlich erst in 100 Jahren wieder konfrontiert werden würde.

Doch zu Beginn des neuen Jahrtausends, im Sommer des Jahres 2002, stand Brandenburg erneut vor der Herausforderung eines Hochwassers. Dieses Mal war es die Elbe, die über die Ufer trat.
In vielen Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts brachen die Deiche, das Wasser brachte Verwüstung mit sich.
Doch die Schutzmaßnahmen der Helfer*innen wirkten mancherorts Wunder: In Mühlberg stieg das Wasser am 17.08.2002 auf 10,11 Meter. Die gesamte Bevölkerung der Stadt wurde evakuiert, da ein Bruch der Deiche kurz bevorstand. Doch zahlreiche Helfer*innen und Soldat*innen stapelten Sandsäcke und taten alles, um die Deiche zu stabilisieren. Durch ihren unermüdlichen Einsatz konnte die Stadt gerettet werden, die Deiche hielten entgegen aller Erwartungen stand. Das Ereignis wurde als das »Wunder von Mühlberg« bekannt.

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»Wir waren danach in den Ausweichquartieren, wo die Menschen ihre Nächte in Angst um ihre Heimatstadt verbracht haben und man kann sich in etwa die Erleichterung vorstellen, als es dann hieß: Eure Stadt ist gerettet! Das sind Momente, die man nicht vergisst.«

Matthias Platzeck

Portrait Matthias Platzek

Der Deichgraf

Matthias Platzeck

Der damalige Umweltminister bekam aufgrund seines schnellen Handelns während des Oderhochwassers 1997 von Journalist*innen den Spitznamen Deichgraf. Von 2002 bis 2013 war Matthias Platzeck der zweite brandenburgische Ministerpräsident. Er trug dazu bei, dass das Katastrophenmanagement Brandenburgs heute funktioniert.